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Freitag, 13. September 2013

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 9


»Verdammt bin ich eine Puppe, die man hinter sich herziehen kann?«, spie ich Castiel an, als er sich von mir löste und auf die Uhr blickte. Vollkommen desinteressiert von meinen Worten blickt dieser zu seinem Kumpel und ignorierte meine Worte weiterhin.
»Wann wollte er aufschlagen?«, fragte der Rotschopf seinen Freund und wandte seinen Blick daraufhin zum Ende der Straße. Sichtlich nervös, was angesichts seines bisher ständigem selbstsicherem Auftreten irritierend war, tapste er von einem Fuß auf den anderen. Der Silberhaarige hingegen war mehr als ruhig und starrte einfach so in die Leere.
»hmm...das hab ich vergessen, aber er wird sicher bald auftauchen«, entgegnete dieser Castiel, während er verträumt auf einen kleinen Notizblock schaute.
»Rede mit mir, oder ich geh auf der Stelle nach Hause!« Versuchte ich einen weiteren Ansatz eine Antwort zu erhaschen, doch auch auf diesen schien der Rotschopf nicht eingehen zu wollen. Folglich wandte ich mich zu seinem Begleiter und musterte ihn genaustens. Seine Kleidung war einzigartig. Noch nie hatte ich jemanden getroffen, der außerhalb von irgendwelchen Mottoveranstaltungen Klamotten in Richtung des 19. Jahrhunderts trug. Denoch musste ich zugeben, dass es ihn nicht schlecht dastehen ließ, im Gegenteil, es stand ihm wirklich gut.
»Darf ich fragen, wie du heißt?«
»Lysander«, antwortete er knapp, aber immerhin hatte er den Anstand meine Frage zu beantworten, im Gegensatz zu anderen.

Wie gebannt starrte Castiel die Straße entlang und wirkte zunehmend angespannter. Selbst Dakota hätte ihm jetzt nicht mehr angesprochen, zumindest könnte ich es mir so vorstellen, den der Blick allein schien tödlich enden zu können. Erst als am Ende der Straße die Silhouette einer definitiv männlichen Person zu erahnen war, seufzte er erleichtert auf.
Gespannt blickte ich der Person entgegen und staunte nicht schlecht, als ich unseren blonden Schulsprecher ausmachen konnte. Mit jedem hatte ich gerechnet, aber nicht mit dem. Eigentlich war ich der festen Überzeugung, dass sich die beiden aufs Blut hassten und sich umbringen würden, wenn sie miteinander reden mussten,.


Donnerstag, 18. Oktober 2012

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 8


Lächelnd blickte ich dem Geschehen zu. Einen Moment blieb sie dort stehen und drehte sich dann um. Das Gesicht von Zorn erfüllt stapfte sie zurück zum Eingang. Seufzend erhob ich mich und beschloss mich ebenfalls auf den Weg zum Unterricht zu machen. Trübsaal blasen brachte nichts und Castiel hatte sicherlich recht. Aus dem Foto wird keine große Sache gemacht.

Die letzten Stunden waren schnell um und so drang der Lärm der aufgeregten Schüler durch die Gänge. Träumend blieb ich an meinem Platz sitzen und starrte einfach nur aus dem Fenster. Ich hatte keine Lust nach Hause zu gehen, da wartete niemand auf mich, wie jeden Tag. Selbst Dakota war dauernd unterwegs und flirtete mit irgendeiner. Ich fragte mich allen Ernstes, wieso niemand sein Spiel aufdeckte.
»Kann ich dich kurz stören?«, erklang die ernste Stimme des Mädchens vom Schulhof. Erschrocken blickte ich auf und betrachtete sie genau. Braune Haare, blaue Augen, schlank und einen etwas ausgefalleneren Kleidungsgeschmack. Corsage und Jeans mit Löchern. Erstaunt blieben meine Blicke auf ihr gerichtet.
»Was gibt es so Wichtiges?«, entgegnete ich ihr und erhob mich allmählich von meinem Stuhl.
»Nathaniel hat mir gesagt, wo ich dich finde. Ich wollte mit dich um etwas bitten.« Verwirrt betrachtete ich die Braunhaarige, von der ich nicht einmal den Namen wusste. Während sie sich Gelasse auf die Tischplatte niederließ.
»Vielleicht hast du schon von mir gehört, ich bin Vanessa. Vor einiger Zeit war ich mit Castiel zusammen.« Wow, diese Tatsache warf mich gerade ernsthaft ein wenig aus der Bahn. Was bitte sollte diese Frau von mir wollen? Sofort hatte sie meine volle Aufmerksamkeit und meine Augen hingen wie gebannt auf ihr. Ich konnte mir nicht erklären, was mich so an ihr faszinierte, aber wahrscheinlich war es die Tatsache, dass sie durch die eiskalte Fassade des Badboys kam.

»Und was kann ich für dich tun?« Leicht nervös, was eigentlich gar nicht zu ihrem Auftreten passte, drehte sie eine Strähne in ihren Fingern.
»Also, um es auf den Punkt zu bringen, Castiel war nicht immer so. Früher war er ein halbwegs netter junger Mann, doch meine Gefühle entwickelten sich anders. Nachdem ich es gemerkt hatte, gab ich ihm den Laufpass. Nicht unbedingt auf die freundliche Varriante und für einen Kerl, der es eigentlich nicht Wert war, aber ihm ging es näher, als er zugeben will.«, erklang ihre Stimme. Irgendwas machte mich stutzig, dass sie ausgerechnet zu mir kam, wenn sie doch über Castiel reden wollte. Wir hatten uns heute das erste Mal unterhalten, ohne uns gleich anzukeifen.
»Ich hab euch zusammen gesehen, als ich mit ihm reden wollte. Seit unserer Trennung kümmert er sich nicht mehr um seine Schullaufbahn und ich möchte nicht, dass er sich aus diesem blöden Grund sein Leben verbaut. Vielleicht kannst du mehr erreichen, vor mir läuft er dauernd weg.«
»Dir ist hoffentlich bewusst, dass wir uns mehr oder weniger hassen?«, sprudelte es direkt aus mir heraus. Dieses Mädchen nahm sich wirklich einiges raus, ohne die Grundlagen zu kennen. Im selben Moment lachte sie herzlichst auf und stemmt ihre Hände neben sich auf die Tischplatte.

Sweet Amoris FanFiktion - Charaktere

Ich hab aus Langeweile mal ein wenig mit Photoshop gearbeitet und nutze dies dann mal als Charakteraufzählung für die Sweet Amoris - FanFiktion. Diese sind jedoch noch nicht ganz fertig und ebenfalls nicht vollzählig :)







Donnerstag, 4. Oktober 2012

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 7

Perplex wandten meine Blicke nun zu der Schwarzhaarigen, welche dem Aussehen nach zu Urteilen asiatischer Herkunft war. 
»Nein, Li, die hatte wesentlich mehr Stil!«, schnappte die Vordere, welche wohl Amber war. 
»Und nun geh uns aus dem Weg!«, fügte sie ihren Satz noch hinzu. Vollkommen verwirrt ging ich auf Seite und sah den drei kichernden Modepüppchen dabei zu, wie sie den Gang entlang stolzierten.

»Geb nichts dafür, die ist immer so«, drang die Stimme von Iris zu mir durch. Geistesabwesend nickte ich und lehnte mich an die kalte Wand. Zicken wie sie, die meinen, sie seinen das Beste an einer Schule, gab es überall. Schon auf meiner alten Schule hatte ich es geschafft diesen gekonnt aus dem Weg zu gehen und hier würde es auch klappen. 

»Ach bevor ich es vergesse, Melody bat mich dich aufzusuchen. Nathaniel will irgendwas Wichtiges mit dir klären, hörte sich dringend an.« Ich nickte leicht und hauchte: 
»Danke« aus, während ich mich bereits drehte, um den Weg zum Schulsprecherbüro fortzuführen. Zaghaft klopfte ich an die Türe und trat erst hinein, als man von innen darum bat.

Der von gleißendem Sonnenlicht geflutete Raum war wie immer aufgeräumt vorzufinden. Nathaniel stand am Schreibtisch und unterhielt sich mit der braunhaarigen Melody. Mit einem leichten Lächeln deutete der blonde Schulsprecher mir an, mich hinzusetzen. Mein Blick fixierte die beiden. Aufgeregt unterhielten sie sich, jedoch in einer Lautstärke, die mir nicht mal brauchbare Bruchstücke übermittelte. Die Brünette verkrampfte ihre Finger um die Akte in ihren Händen. Das tat sie jedes Mal, wenn sie mit Nathaniel sprach. Es dauerte einen Moment, dann drehten sich beide zu mir. 

»Melody hat ein Bild vom schwarzen Brett abgenommen. Ich bin mir nicht gänzlich sicher, würdest du es dir anschauen und mir sagen, ob du das Mädchen darauf bist?«, sprach Nathaniel aus, während er mir ein Blatt vorlegte. Das war eindeutig das Foto, welches Dakota von mir besaß. Augenblicklich spürte ich, wie die Hitze in mein Gesicht schoss und fing abrupt an etwas vor mir her zu stottern. Wenn ausgerechnet dieses Bild ausgehangen hatte, befürchtete ich das schlimmste. 
»Nach deinem Verhalten kennst du es. Weißt du zufällig, wer es aufgehangen haben könnte?«, erklang nun Melodys sanfte Stimme. Ich starrte immer noch auf das Papier vor mir und konnte es nicht fassen. Wieso tat mein Bruder so etwas? 
»Ich...«, fing ich an, doch Nathaniel hob seine Hand. Sein Blick wandte zu Melody, welche daraufhin den Raum verließ. Sofort zog er einen Stuhl vor mich und ließ sich darauf nieder. 
»Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Castiel oder dein Bruder. Dem Rotschopf trau ich es zwar zu, aber ich wüste nicht, wie er an solche Bilder gekommen sein könnte. Was Dakota betrifft, würde mir kein Grund einfallen, immerhin seit ihr verwandt.« Der Blonde starrte stur auf meine Hände, in denen sich dieses markante Bild befand. 
»Ich werde mit Dake reden«, hauchte ich leise aus und faltete derweil das Blatt zusammen. Die Gedanken darin abdriftend, wie viele dieses Foto gesehen hatten, fiel es mir schwer Nathaniels Worten weiterhin zu folgen. Die Diskussion zog sich noch ein wenig, ehe ich irgendwann geistesabwesend durch die Gänge lief.

Der Schulsprecher meinte, ich sollte erstmal etwas an die frische Luft, um einen klaren Kopf zu kriegen und danach wieder zurück in den Unterricht. Seufzend ließ ich mich auf die kleine Bank nieder und griff kurzentschlossen nach dem Papier. Was hatte sich Dakota nur dabei gedacht? Sollte das etwa die Rache sein, dass ich nicht auf ihn hörte? 

»Sexy«, drang die eiskalte Stimme des Rotschopfes durch die Stille. Erschrocken zog ich die Luft ein und drehte mich in seine Richtung. In meinen Gedanken hatte ich vollkommen vergessen, dass er sich dauernd hier draußen aufhielt und nicht in den Unterricht ging. Unverzüglich faltete ich das Bild zusammen und steckte es in meine Tasche. 
»Vergiss am besten, dass du es jemals gesehen hast. Es wird nie wieder auftauchen!«, zischte ich kalt und verkrampfte meine Finger im Stoff der Schultasche. Ein dunkles Lachen erklang von ihm, was ihm augenblicklich meine volle Aufmerksamkeit einbrachte. Sofort ließ ich meinen Kopf nach hinten auf die Lehne fallen und sah direkt in seine unergründlichen Augen. Ein schelmisches Lächeln zog sich über seine Lippen, während er seine Blicke nicht einen Moment von mir nahm. 
»Und wenn doch? Läufst du dann zu Daddy?« Abrupt wendete ich meinen Blick ab. Der Schmerz des Verlustes drang unmittelbar durch meinen Körper und schoss mir Tränen in die Augen. 
»Nein«, presste ich hervor, nachdem ich tief Luft holte und versuchte mich gedanklich abzulenken. Der Hass darauf, dass Dakota dieses Bild ausgehangen hatte, wäre mir lieber als der Gedanke an meine Eltern. Seufzend ließ Castiel sich neben mir nieder. Er schwieg einen Moment, ehe er sich ein weiteres Mal äußerte. »Mach dir keinen Kopf, Zwerg. Dich hat sicher kaum einer erkannt. Die Rolle des Mauerblümchen mimst du gut.« Seine Stimme klang wesentlich freundlicher als zuvor. Ihm schien nicht entgangen zu sein, dass mich seine Worte mitgenommen hatten. 
»Die Hoffnung besteht nicht, immerhin hast du mich auch erkannt.« Der Rotschopf stieß mir locker gegen die Schulter und setzte ein gekonntes Lächeln auf, ehe er weiter sprach 
»Bleibt nicht aus, immerhin hab ich das Bild auf dem Schulhof gefunden. Der Aufreißer hat es wohl nach der Prügelei verloren, und bis ich dich damit sah, hätte ich darauf wetten können, dass es seine heimliche Geliebte ist.« Geschockt fuhr ich in seine Richtung und starrte ihn perplex an. Seine Worte ließen nur eine Schlussfolgerung übrig. 
»Wieso?«, fragte ich entsetzt. Er lachte leise, während er sich zu mir drehte und mich genau betrachtete. 
»Ich wollte ihm eins auswichen. Hätte nicht gedacht, dass ich dabei dein kleines Geheimnis aufdecke. Aber sei froh, unmittelbar nachdem ich es aufgehangen habe, kam Melody und hat es abgehangen. Demnach können es nicht viele gesehen haben.« 
»Die Zeit reichte. Diese Modepüppchen haben es entdeckt.« Erneut lachte Castiel. Zwischen ihm und Dakota schien etwas Ernstes vorgefallen zu sein, vielleicht sollte ich mich bemühen, irgendwas darüber rauszufinden. Stillschweigend saßen wir nebeneinander und sahen uns einfach an. Keiner von uns sprach auch nur ein Wort aus. Ich wusste nicht, welches Thema ich hätte ansprechen können, deshalb wartete ich darauf, dass er die Stille durchbrechen würde. Castiel erhob zaghaft seine Hand und strich mir eine Strähne hinters Ohr. 
»Wer bist du wirklich? Das unscheinbare Mädchen vor mir oder dieses freizügige Ding auf dem Foto?« Erstaunt kam ich ins Straucheln. Diese Frage war nicht leicht zu beantworten. Optisch würde jeder sagen, dass ich dieses Mauerblümchen wäre, doch in figurbetonteren Klamotten fühlte ich mich genauso wohl. Das ich dauernd eine Schuluniform trug lag mehr an Bequemlichkeit. Mir fehlte morgens der Elan, die passenden Sachen herauszusuchen. Bei der Uniform war es einfach, so musste ich lediglich eine vollständige Garnitur raussuchen. 
»Beides irgendwie, aber doch eher das unscheinbare Ding. So umgeht man einiges an Ärger.«

»Mach dir keine Sorgen um Amber, die wird es schnell vergessen. Aber das Original bleibt in meinem Besitz. Es schadet sicher nicht, etwas gegen dich in der Hand zu haben.« sprach er lächelnd aus, es stand ihm um einiges besser, als dieser grimmige Ausdruck. Er drehte sich zum Schulgebäude, als sich plötzlich sein Blick änderte. Sofort stand er auf und schulterte seinen Rucksack. 

»Ich hau ab, bis morgen Zwerg und immer schön locker bleiben!« Schon war er verschwunden. In der Eingangstür stand ein brünettes Mädchen, das ich nie zuvor gesehen hatte, und rannte Richtung Ausgang. 
»Castiel!«, rief sie quer über den Schulhof, doch der Rotschopf ging stur vom Gelände herunter. Am Tor blieb sie stehen, sicherlich war Castiel bereits weg. Wenn er nicht reden wollte, schaffte er es dies zu umgehen.

Donnerstag, 13. September 2012

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 6

Genervt erhob ich meinen Blick. Bevor einer von uns etwas sagen konnte, ließ sich der Ungebetene einfach auf einem freien Stuhl nieder. 
»Seit wann hast du Zeit für eine Freundin?«, drang die abschätzende Stimme des Rotschopfes zu uns durch, während er seinen Blick auf den Schulsprecher richtete. 
»Gibt dir die Direktorin nicht mehr genug Aufgaben?« Castiel ließ seinem Gegenüber nicht mal die Chance sich zu äußern, als er sich bereits in meine Richtung drehte. 
»Und du scheinst genauso ranzugehen, wie dein Bruder. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, das sieht man auch bei unserem Blondschopf.« 
»Und du bist extra hergekommen, um uns genau das mitzuteilen?«, konterte ich und sah dabei auf den Tisch. Wie konnte dieser Kerl sich nur so viel rausnehmen? Er kannte mich nicht einmal, aber das Urteilen schien ihm nicht schwer zu fallen. Genervt blickte ich den Rothaarigen an und ließ ein gespieltes Lächeln über meine Lippen rutschen. Doch dieses Unterfangen wurde abrupt unterbrochen, als ich etwas kaltes an meiner Hand spürte und erschrocken aufschrie. Augenblicklich saß ich kerzengerade im Stuhl und starrte auf meine Hand. Castiel hatte Schwierigkeiten sich das Lachen zu verkneifen und erst nachdem er ‚Komm her Demon‘ ausgesprochen hatte, bemerkte ich den Grund. Unter dem Tisch hatte sich ein Beauceron bis zu meiner Hand durchgerungen und mich einmal mit seiner kalten Nase angestupst. Eigentlich wunderte es mich, dass ich diesen großen Hund vorher nicht gesehen hatte, doch schon konnte ich mir selbst ein Lächeln nicht verkneifen.

Castiel beruhigte sich wieder und lehnte seinen Arm auf den Tisch. Ein kleines Stück vorgebeugt betrachtete er ich und drehte sich dann zum Schulsprecher. 

»Ich war eine Runde mit Demon. Doch als ich euch beide hier erblickte, wurde ich neugierig. Ich muss meine Informationen über dich immer auf dem aktuellsten Stand halten, sonst kommst du irgendwann noch auf die Idee, den Schulverweis vorzuschlagen«, sprach dieser aus und grinste dabei gehässig. Die zwei Männer führten ein Gespräch, aus dem ich mich ziemlich löste, Mir war nicht danach mich ausgerechnet mit diesem Rotschopf zu unterhalten und so wartete ich auf das Eis. Als der Becher endlich vor mir stand, betrachtete ich die beachtliche Menge an Eiskugeln. Eigentlich sollte es ein kleiner Erdbeerbecher werden, aber klein war wohl relativ. Vier Kugeln Eis, einen Haufen Sahne und eine Waffel, waren in dem Glas untergebracht. Mit seinen großen treuen Augen saß Demon direkt neben mir und starrte mich abwartend an. Die Eiswaffel trat ich freiwillig an den Hund ab. Bei Hundeaugen wurde ich schon immer schwach. Nathaniel bezahlte am Ende und brachte mich bis zur Haustüre. Den Rotschopf wurden wir nicht los, bis wir uns letzten Endes auf den Weg machten. Betreten wandte der Blonde seinen Blick von mir und malte Kreise mit seinem Fuß auf den Boden. 
»Das mit Castiel war nicht geplant. Eigentlich hatte ich vor dich besser kennenzulernen«, stammelte er leise aus und vermied jeglichen Blickkontakt. 
»Nicht schlimm, es wir sicher noch genug Gelegenheiten geben«, antwortete ich ihm lächelnd und fuhr währenddessen mit den Finger über die Namen der Klingelschilder. Beim Dritten von oben hielt ich inne. 
»Ich würde dich gern rein bitten, allerdings weiß ich nicht, wie Dakota darauf reagieren würde. Weißt du, normal ist er derjenige, der augenblicklich jemanden kennenlernt und mitbringt«, erklärte ich mich leise und hoffte, dass diese Worte nicht falsch rüberkamen. Mit einem verständlichen Lächeln nickte er und verabschiedete sich von mir.

Langsam ging ich die Treppen rauf und legte seufzend meine Tasche auf den Boden. 

»Was willst du von dem Blonden?«, drang Dakotas Stimme zu mir durch, als ich gerade die Tür geschlossen hatte. Dem Aufreißer entging wirklich nie etwas, dauernd wusste er über alles bescheid. 
»Er hat mich lediglich nach Hause gebracht, nachdem mein ach so toller Bruder früher gehen durfte und mich Boris versetzt hat.«, grummelte ich ihm entgegen. Langsam ging ich zum Sofa und ließ mich direkt darauf fallen. Dakota kam augenblicklich aus dem Schlafzimmer und hockte sich vor mir auf den Boden. Lediglich eine Jogginghose verdeckte den unteren Teil seines Körpers. Er liebte es seinen Oberkörper zu zeigen, viele in unserem Alter fuhren auf seine Tattoos ab und wurden dadurch leichter zu verführen. 
»Ich dulde nicht, dass du dich mit jemandem triffst. Dir könnte etwas passieren, Dina«, hauchte er leise aus, während er seine Arme auf meinen Oberschenkel ablegte und seinen Kopf darauf stützte. Ich beachtete ihn nicht weiter, stattdessen ließ ich meinen Hinterkopf auf die Lehne prallen und stöhnte gequält auf. 
»Bei diesem Castiel müsstest du dir mehr sorgen machen. Nathaniel ist ein zuvorkommender junger Mann. Außerdem bin ich nicht wie du, ich brauch nur Freunde und keine Betthasen!« Ich wusste genau worauf er hinauswollte. Ihn störte es, dass ausgerechnet ich vor ihm Bekannte fand. Nur ungern war er der Zweite, was Kontakte anging, doch hatte er sich einen Glanz Start erlaubt. 
»Halt dich von den Kerlen fern!«, zischte er kalt, woraufhin ich ihn entsetzt anstarrte. Solch ein Verhalten war mich vollkommen unbekannt, eigentlich scherrte er sich kein bisschen um mich. 
»Ansonsten werde ich Mittel und Wege finden, damit sie Abstand von dir halten!« Seine Augen wirkten ebenso eisig, wie seine Worte, ich konnte nicht erahnen, warum er auf einmal so war. Die ganzen Jahre über interessierte ihn nicht, was ich tat, doch ausgerechnet jetzt mischte er sich in mein Leben ein und spielte den großen Beschützer. 
»Ich mach das, was mir zusagt und nicht das, was du mir vorschreibst!«, schrie ich ihn an, während ich ihn von mir drückte, ins Schlafzimmer eilte und die Türe hinter mir ins Schloss knallen ließ.

Gähnend streckte ich mich und starrte aus dem Fenster. Der Unterricht war ziemlich langweilig, was die Strapazen der letzten Wochen bemerkbar machte. Ich ging Dakota aus dem Weg, wo es nur möglich war. Nach wie vor wollte er diese Beschützerrolle übernehmen und mir war weiterhin nicht danach klein bei zu geben. Die Pausen verbrachte ich zumeist im Schulsprecherbüro mit Nathaniel und Melody. Nachmittags unternahm ich meist irgendwas, entweder mit Melody und Iris oder ich zog allein durch die Straßen. Eigentlich war ich nur noch zum essen und schlafen zuhause. Doch jetzt saß ich im Unterricht fest, obwohl das Wetter draußen herrlich war. Mathe war dran und das Thema waren irgendwelche Gleichungen. Bei den Zahlen verstand ich sowieso nur Bahnhof, wie sollte es auch anders sein, ich konnte lediglich was mit den künstlerischen Fächern anfangen. Langsam ließ ich meinen Blick über den Schulhof streichen und entdeckte den Rotschopf am anderen Ende auf einer Bank liegen. Ein Buch lag auf seinem Gesicht, aber die Kleidung war eindeutig seine. Dieses Shirt von den Winged Skulls konnte nur seins sein. 

»Fräulein Dina, könnten sie mir die Lösung sagenP«, drang die Stimme meiner Lehrerin zu mir durch. Erschrocken drehte ich mich zu ihr, stellt mich auf und sah betreten auf die Tafel. Die Formel, die dort stand, sagte mir gar nichts. 
»Wie wäre es zur Abwechslung mal, wenn sie dem Unterricht folgen würden? Für Träumereien haben sie nach der Schule noch genug Zeit!« Ich nickte und murmelte ein ‚Entschuldigung‘ vor mir her, während ich mich setzte. Die Dame wollte noch etwas sagen, doch just in diesem Moment drang die Schulglocke durch den Raum. Erleichtert seufzte ich auf, packte meine Tasche und eilte mit den anderen Schülern aus dem Zimmer. Auf den Unterricht hätte ich mich nicht weiter konzentrieren können. In Gedanken versunken schlenderte ich durch die Gänge auf dem Weg zum Schulsprecherbüro und achtete nicht auf den Weg. Es musste so kommen, wie es letztendlich kam. An einer Ecke rannte ich in eine kleine Gruppe von übelsten Modepüppchen rein. 
»Kannst du nicht aufpassen?«, zischte mich die Erste an und strich sich ihre Haare aus dem Gesicht. Erstaunt sah ich auf, während mein Blick an ihrer blonden Lockenpracht hängen blieb. War das die Tussi aus dem Flugzeug? Und wieso fuhr sie mich an, sie hätte doch genauso auf den Weg achten können. Ich wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als eine der Zwei hinter ihr mein Wort abschnitt. 
»Amber, ist das nicht die Kleine von dem Bild am schwarzen Brett?«

Donnerstag, 16. August 2012

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 5

Der Rotschopf starrte mich an, während meine Blicke auf Dakota schweiften. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht sah dieser zu mir auf, als er jedoch den Mund öffnete, um etwas zu sagen, fuhr ich ihn direkt an: 
»Und du Freundchen, wenn du nicht aufhörst, jede x-beliebige Frau anzubaggern, lernst du mich kennen!« Augenblicklich fiel ihm die Kinnlade runter. Er kannte es bereits, dass ich Kontra hab, schien in diesem Moment allerdings nicht damit zu rechnen. Langsam erhob sich nun unser Gegenüber und baute sich regelrecht vor mir auf. Fast eineinhalb Köpfe größer als ich, wirkte er um einiges bedrohlicher, als vorhin auf dem Boden. Sofort stellte sich mir die Frage, warum ich mich ausgerechnet in diesen Streit einmischen musste. In diesem Fall hätte ich nicht den geringsten Hauch einer Chance. Allein die Größe brachte dem Kerl einen Vorteil. Doch just in diesem Moment mischte sich Nathaniel mit in das Geschehen ein. 
»Was ist vorgefallen, dass du dich ausgerechnet auf dem Schulhof mit dem Neuen prügeln willst? Du weißt genauso gut wie ich, dass es nur ein weiterer Grund wäre, dich endlich zu suspendieren!« Gelangweilt aufgrund der Ansprache des Schulsprechers strich sich der Badboy langsam durch seine feuerrote Mähne. 
»Das würde dich freuen, oder Nath? Er hat Rosa belästigt und als sie ihn bat aufzuhören, machte er einfach weiter. Irgendwer musste ihn in die Schranken weisen und zeigen, was Benehmen ist«, verteidigte sich dieser und schon kam ein weiterer Schwall purer Wut auf den Playboy in mir hoch. Die Abreibung hätte er wirklich verdient gehabt und ich obendrein eine, weil ich mich eingemischt hatte, ohne die Umstände zu kennen. 
»Es wird nie wieder vorkommen«, wisperte ich für meinen Bruder aus. Er würde seinen Stolz niemals übergehen, um sich zu entschuldigen, zumindest nicht in einer Situation, aus der er unversehrt rauskam. Ohne meinen Worten Beachtung zu schenken, drehte sich der Rotschopf weg und schritt zum Ende des Hofes, gefolgt von einem weißhaarigen Schüler, der ihm sofort eine Hand auf die Schulter legte. Nathaniel half meinem Bruder auf und betrachtete diesen genaustens, ehe sie zusammen den Schulhof Richtung Gebäude verließen. Dem schenkte ich jedoch kaum Beachtung, stattdessen folgten meine Blicke dem Rotschopf.

Erlösend klingelte die Schulglocke das Ende des ersten Tages ein. Ich freute mich, dass er endlich vorbei war, die Aufregung heute Mittag war genug für den Start. Dakota wurde nach dem Geschehen in der Pause erstmal nach Hause geschickt, was angesichts der Ereignisse wohl auch die beste Lösung war. Allerdings musste ich jetzt schauen, wie ich alleine nach Hause kam. Hilflos stand ich an der Mauer, die das Gelände von der Straße trennte und blickte unschlüssig den Asphalt hinunter. Wie sollte ich nur den Weg finden? Auf Boris wollte ich mich nicht verlassen, seine Verspätung war bereits vorprogrammiert und mein Bruder konnte mich nicht führen. So lehnte ich seufzend an die kalte Mauer und versuchte einen Ausweg aus dieser aussichtslosen Lage zu finden. 

»Ich hab das letzte Wort mit dem Aufreißer noch nicht gewechselt und du solltest dich besser zurückhalten. Mit Zwergen mess ich mich nicht«, erklang unerwartet die Stimme des Rotschopfes und durchfuhr mich schlagartig. Geschockt drehte ich mich in seine Richtung. Seine braunen Augen durchbohrten mich fast, während er gelassen an der Mauer lehnte und ein freches Grinsen auf seinen Lippen lag. In diesem Moment, wo ich ihn betrachtete, konnte ich ein Lächeln nicht verbergen. Seine ruhige Art war irgendwie faszinierend. 
»Du solltest lernen ihn zu akzeptieren, er wird morgen bei der Nächsten weiter machen«, sprach ich monoton aus und hielt seinen Blicken stand. 
»Aber ehrlich gesagt siehst du nicht aus, wie jemand der für so eine Lappalie an die Decke geht.« 
»Ich habe meine Gründe«, entgegnete er kalt, doch weiter äußerte er sich nicht dazu, stattdessen schulterte er seinen Rucksack. 
»Was genau ist vorgefallen?«, fragte ich nun, da ich mir nicht erklären konnte, auf was er hinauswollte.  
»Wenn es dich so brennend interessiert, frag ihn. Vielleicht kriegst du dort eine Antwort. Obwohl ich bezweifel, dass er auch nur einen Mucks von sich geben wird«, monoton fasselte er diesen Satz runter, als wäre es das normalste der Welt. Ich nickte kurz und wendete meinen Blick auf die Straße. Nach meiner gloreischen Einmischung auf dem Schulhof würde er die Frage wahrscheinlich nicht mehr beantworten, egal wie oft ich nachhackte, folglich unterließ ich es einfach. Eine Regung im Augenwinkel bemerkend drehte ich mich wieder in seine Richtung und sah, wie er sich wegdrehte. 
»Warte!«, platzte es aus mir heraus, wodurch sein Blick leicht verwundert auf mich fiel. 
»Es tut mir leid, dass ich auf dich losgegangen bin, nur...« 
»Der Grund interessiert mich nicht. Wir sind keine Freunde und werden es auch nie sein, kapiert Zwerg? Und jetzt lass mich in Ruhe.« Seine Stimme war wieder so eiskalt, augenblicklich drehte er sich weg und ging. Verblüfft sah ich ihm hinterher, ehe ich Schritte vernahm.

»Wo musst du hin? Ich bring dich nach Hause, nicht das dieser Sturkopf dich nochmal belästigt«, fragte Nathaniel, als ich mich gerade zu ihm drehte. Sein Blick war starr auf den Boden gerichtet, aber ich glaubte einen Rotschimmer auf den Wangen zu bemerken. Ich lächelte kurz und versuchte ihn zu beschwichtigen, dass dies nicht nötig sein, immerhin wollte Boris mich abholen. Doch der Blonde ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen und so lief ich etwas später schweigend neben ihm durch die Straßen. 

»Castiel ist ein wenig schwierig. Nimm seine Worte nicht zu ernst. Meinst meint er es nicht so und ich sprech da aus Erfahrung. Ich gerate fast täglich mit ihm in Meinungsverschiedenheiten.« Nickend blickte ich zu Boden. Eigentlich wollte ich gerade gar nicht reden und schon mal gar nicht über den Rotschopf. 
»Bist du öfter so wie in der Pause? Ich mein, das passt irgendwie nicht zu meinem ersten Eindruck von dir.« Abrupt wandte ich meinen Blick auf ihn. 
»Es war das erste Mal, aber er ist halt alles, was ich noch an Familie habe«, beschwichtigte ich die Situation vom Mittag. Ich konnte. Einen anderen Grund konnte es für mich nicht geben, immerhin war ich selber nicht erbaut von seiner Art. »Aber lass uns nicht von Dakota reden, ich heiße nicht gut, was er macht. Ich habe mich lediglich daran gewöhnt es zu akzeptieren«, sprach ich noch monoton hinterher. Nathaniel nickte, bevor er unerwartet stehen blieb. 
»Dina? Es kommt etwas spontan und eigentlich ist es nicht meine Art, aber ...« Der Schulsprecher sah verlegen zu Boden und kratzte sich leicht am Hinterkopf. 
»Du hast nicht zufällig noch Lust und Zeit eine Kleinigkeit zu unternehmen?« Erschrocken fuhr ich herum und sah ihn mit aufgerissenen Augen an. Seine Frage irritierte mich, denn auf meiner alten Schule ging mir das andere Geschlecht gänzlich aus dem Weg. Wenn sich mal einer mit mir unterhielt, dann nur solang wie nötig. Mir war zwar bewusst, dass damals Dakota nicht ganz unschuldig daran war, dennoch irritierte mich diese Situation jetzt. 
»Ich hab nichts vor, falls du das meinst«, stammelte ich unsicher, während sich ein deutliches Rosa über seine Wangen zog, doch meine sahen sicherlich nicht anders aus. Die Wärme, die mir ins Gesicht geschossen war, ließ mich darauf vermuten. 
»Es ist nichts Besonderes, aber hier um die Ecke ist eine gute Eisdiele, wenn du nichts dagegen hättest würde ich dich gerne einladen.« Es dauerte nicht lange, bis ich die Entscheidung getroffen hatte. Alles war mir lieber, als nach Hause und mich erneut meinem Bruder auszusetzen.

Die Eisdiele lag wirklich nah, nach wenigen Minuten hatte wir diese erreicht und setzten uns an einen Tisch im Außenbereich. Die Sonne brannte auf die Erde nieder und so wollten wir uns nicht rein setzen. Selbst die Bestellung war schnell durch und nun unterhielt ich mich mit dem blonden Schulsprecher über unsere Freizeitaktivitäten. 

»Ich verbringe die meiste Zeit mit Schule. Ansonsten lese ich gerne Krimis«, gab Nathaniel von sich. Interessierte lehnte ich mich auf den Tisch und betrachtete ihn. Eher verlegen versuchte er meinem Blick auszuweichen. »Du wirst es irgendwann sehr weit schaffen. Mit dem Elan kannst du eigentlich alles angehen. Ich könnte das nicht, allein schon die Lästerrunden hinter dem eigenen Rücken, wenn man sich für die Schule einsetzt.« Nathaniel erhob seinen Blick und lächelte sanft. 
»Du könntest ja meinen Bodyguard spielen. Wenn mich irgendwer bedrängt, gehst du so auf ihn los, wie auf Castiel.« Sofort fielen wir in schallendes Gelächter aus, als schon eine wohlbekannte Stimme zu uns durchdrang: »Na wen haben wir den da?«

Montag, 13. August 2012

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 4

Auf dem Weg zur Schule schwiegen wir uns an, lediglich Boris unterhielt sich mit Dakota und ich hatte mal wieder meine Kopfhörer aufgesetzt. Als wir nach gut zwanzig Minuten am Ziel ankamen, stieg ich aus. Ich wartete nicht auf den Playboy und eilte einfach voraus. Wozu sollte ich meine Zeit auch damit verschwenden, auf diesen zu warten? Auf dem Schulhof würde er sich sowieso erstmal nach dem anderen Geschlecht umschauen. In der Zeit konnte ich mich bereits beim Sekretariat melden und rausfinden, in welche Klasse ich ging.. Der Weg war schneller gefunden, als ich gedacht hatte. Unscheinbar kam ich über den Schulhof und im Gebäude war direkt am Anfang schon alles ausgeschildert. So folgte ich lediglich dem ‚Sekretariat‘ Schildern und kam nach ein paar Gängen zum Ziel. Zaghaft klopfte ich an die massive Tür und wartete auf eine Antwort von drinnen. 
»Kann ich dir behilflich sein?«, erklang eine freundliche Stimme zu meiner Rechten. Ich schüttelte nur den Kopf und antwortete kurz, dass ich mich hier melden müsste. Doch diese fremde Person wisch nicht von meiner Seite. 
»Verzeihung, ich hab mich nicht vorgestellt. Ich heiße Nathaniel und bin Schulsprecher. Wenn du mir folgen würdest, könnte ich dir behilflich sein.« Erst jetzt drehte ich mich um und erblickte den jungen Mann neben mir. Sein goldblondes Haar war stufig geschnitten und umspielte wild sein Gesicht. Dazu hatte er sanftmütige grüne Augen und ein freundliches Lächeln. 
»Freut mich, Dina, ich soll ab heute diese Schule besuchen«, stellte ich mich nun vor, nickte ihm zu und folgte ihm dann in einen Raum, der zwei Türen weiter lag.

Nathaniel legte einen bescheidenen Haufen Mappen ab, denn er auf dem Arm trug und schritt darauf zu einem kleinen Regal am Ende des Zimmers. Nach nur wenigen Minuten durchstöbern der Unterlagen, kam er wieder auf mich zu, 

»Hier steht, dass mir dir zusammen noch ein gewisser Dakota aufgenommen werden soll. Weißt du etwas darüber?« Bei diesen Worten drehte ich mich zum Fenster. Es zeigte direkt auf den Schulhof. Der Aufreißer war in der Menge unschwer zu erkennen. Ein kleines Häufchen Mädchen von unterschiedlichem Alter scharrte sich um ihn. 
»Der da unten, der braungebrannte Playboy«, sprach ich im abfälligen Ton und drehte mich dann wieder in seine Richtung. Mein Gegenüber hatte weiterhin ein Lächeln im Gesicht und blickte nun selber raus. 
»Du scheinst nicht besonders viel Wert auf ihn zu legen.« 
»Familie kann man sich nicht aussuchen, oder?«, entgegnete ich dem Schulsprecher trocken und zupfte einmal am Rock der Schuluniform. Der Junge nickte uns sah auf den Zettel in seiner Hand. 
»Können wir deine Daten durchgehen, ob alles seine Richtigkeit hat? Der Notiz zufolge hat dein Onkel die Anmeldung ausgefüllt.« 
»Mein Stiefonkel«, korrigierte ich ihn und setzte mich auf den Stuhl vor ihm. Unverzüglich richtete ich mein Augenmerk auf das Dokument in seinen Händen. 
»Dina Beaumont, 17 Jahre, geboren am 25. Februar in Montpellier?« Ich nickte kurz, während ich seinem Finger folgte, der quer über die Anmeldung nach unten rutschte. 
»Du willst also ein wissenschaftliches Abitur machen?« Erneut nickte ich auf seine Frage und sprach zeitgleich ein kurzes ‚ja‘ aus. 
»Eine Telefonnummer, unter der man deine Eltern erreichen kann?«, erklang nun eine weitere Frage aus seiner Richtung. Augenblicklich verkrampfte ich meine Hände ineinander und biss mir auf die Lippe. In der ganze Zeit hatte ich nicht einmal aussprechen können, was passiert war und auch jetzt bildete sich ein Kloß in meinem Hals. 
»Unsere Eltern sind bei einem Segelunfall verstorben. Mein Vormund ist mein Onkel, der die Anmeldungen ausgefüllt hat uns sie ist ihr eigener. Aufgrund rechtlicher Gegebenheiten braucht sie lediglich einen Betreuer«, erklang Dakotas eiskalte Stimme aus der Türe. Selten war ich so froh diese zu vernehmen. Sogleich folgten Schritte und schon spürte ich seine Hand auf meiner Schulter.

Schnell besprachen wir die restlichen Informationen und gingen Dakotas Akte durch, bis Nathaniel uns letzten Endes in die Klassen bringen wollte. 

»Dakota wird in die 12 A gehen und Dina in die 12 C«, erklärte er und drehte sich dann zu meinem Bruder um. 
»Zuerst zeig ich dir deinen Klassenraum, da ich ebenfalls die 12 C besuche.« Der Aufreißer nickte nur kurz und schon ging es aus dem Raum hinaus und die langen Gänge entlang. Der Schulsprecher erzählte uns einzelne Details dieser Schule, jedoch muss ich gestehen, dass ich seinen Worten weniger folgte. Stattdessen ließ ich meine Blicke über die Schüler streifen, die uns entgegen kamen. Dakota war schnell abgeliefert und schon schritten wir erneut durch die Gänge. Geschichtsunterricht stand bei uns als Erstes an und dieser sollte in der oberen Etage der Einrichtung stattfinden. 
»Ich will dir nicht zunahe treten, aber darf ich fragen, warum ihr nicht denselben Vormund habt?«, durchbrach Nathaniel die Stille und starrte dabei stur geradeaus. Ich überlegte kurz, eigentlich ging es ihn nichts an und meinen Lebenslauf wollte ich ihm auch nicht vorlegen, daher hielt ich die Antwort kurz. 
»Er ist mein Stiefbruder. Meine sonstige leibliche Familie ist unbekannt.« Er nickte lediglich und schritt dann schweigend weiter neben mir her.

Der restliche Vormittag verging zügig. Alles in allem schien es so, als hätte ich eine wunderbare Klasse erwischt und auch die Lehrer wirkten nett. In der Mittagspause begleitete mich Nathaniel durch das Schulgebäude, er hatte sich zur Aufgabe gemacht, mir alles zu zeigen und mich die ersten Wochen überall hin mitzuschleppen. Während eines Gesprächs über unsere Interessen wurden wir plötzlich von einer Schülerin unterbrochen, die aufgeregt auf uns zurannte. 

»Nath, komm schnell, die prügeln sich gleich!«, presste sie nach kurzem Luftringen hervor, bevor sich dieser zu mir drehte und mich entschuldigend ansah. Ich nickte leicht, immerhin sollte er seinen Aufgaben folgen, auch wenn er meinte, mir alles zeigen zu wollen. Allerdings übermannte mich die Neugierde doch so ziemlich und so folgte ich den beiden, die eiligst Richtung Schulhof rannten. Das Geschehen war kaum zu übersehen, mitten auf dem Hof sammelte sich ein Grüppchen von Schülern. 
»Lass es Cas, der ist es nicht wert!«, drang eine laute Stimme über den Schulhof. Augenblicklich blieb der Schulsprecher stehen und schlug sich die Hand vor die Stirn. 
»Wieso hab ich nur damit gerechnet?«, brummte er vor sich her, ehe er sich in die Menge drängte und den Schülern zu verstehen gab, dass es nicht zu sehen gab. Erst als sich der Kreis ein wenig lichtete, konnte ich erkennen, was vor sich ging. Dakota lag auf dem Boden und auf ihm hockte ein Junge, der ihn am Kragen gepackt hatte. Das feuerrote Haar verdeckte sein Gesicht, aber dieses, gemischt mit der schwarzen Jacke ließ mich direkt schaudern. Es war der grimmig dreinschauende Bursche, den ich am Flughafen gesehen hatte. Seine Faust schwebte unmittelbar über dem Gesicht meines Bruders, während er ihm verbal irgendwas an den Kopf warf. Dies konnte ich durch den Radau der Umstehenden jedoch nicht verstehen. In jenem Moment setzte es bei mir aus. Dakota gehörte nicht unbedingt zu den Menschen, die ich bevorzugte oder beschützen wollte, aber er war Familie und für diese würde ich immer einstehen. Nathaniel war weiterhin damit beschäftigt die Masse zu verscheuchen, als ich auf die beiden zurannte und den Streitsuchenden mit einem kräftigen Stoß von meinem Bruder stieß. Seine roten Haare flogen ihm dabei ins Gesicht und während er langsam seinen Kopf anhob, vernahm ich schon das blitzen in seinen Augen. 
»Wage es dich nicht noch einmal meinen Bruder anzufassen, haben wir uns da verstanden?«, zischte ich ihm kalt entgegen und war mir der Blicke meiner Mitschüler bewusst. Wer wäre auch davon ausgegangen, dass ein lieb aussehendes Mädchen solch ein Verhalten an den Tag legte?

Sonntag, 12. August 2012

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 3


So standen wir dann außerhalb des Gebäudes. Beziehungsweise ich stand hier herum, achtete auf unsere Taschen, während der Playboy nichts anderes im Sinn hatte, als unschuldige Mädchen anzusprechen. Ich kannte seine Masche schon in und auswendig, doch langsam fragte ich mich, ob es überhaupt einen Weg gab, an dieser vorbeizukommen. Ich schaffte es, aber ich galt auch als seine Schwester und war kein ‚heißer Feger‘ wie er die anderen immer betitelte. Gelangweilt setzte ich mich auf meinen Koffer und starrte auf den Gehweg. Wie lange bräuchte dieser Boris, bis er hier war? In Gedanken versunken bemerkte ich nicht, wie sich Dakota vor mich hockte. Mit einem leisen ‚buh‘ erschreckte er mich so stark, dass ich fürchtete, mein Herz könnte gleich in tausend Stücke zerspringen. Sein Grinsen machte das Ganze nicht besser. 
»Du warst wieder so abwesend, woran denkst du?« Er klang fast schon besorgt, wenn ich nicht genau wüsste, dass ihn mein Befinden nicht interessierte, würde ich es vielleicht sogar glauben. 
»Hab überlegt, wie ich dich am schnellsten loswerde«, murmelte ich leise vor mich her und wühlte dabei in meiner Tasche nach meinem MP3-Player. Mir war gerade nicht danach mit ihm zu unterhalten. 
»Ich mag dich auch, Schwesterchen«, sagte er und strich sich sogleich eine Strähne aus dem Gesicht. 
»Da ist ein Mädchen, das du noch nicht angebaggert hast«, sprach ich monoton und deutete auf eine schwarzgekleidete Person, die gerade aus dem Terminal trat. In der Zeit, in der er sich umdrehte, stöpselte ich die Kopfhörer in meine Ohren und drehte die Musik auf.

Ich glaube die Zeit verging gar nicht, doch irgendwann tauchte ein Mann vor uns auf, der eindeutig mit Dakota verwandt war. Seine aschblonden Haare und auch dieses dämliche Grinsen waren allem Anschein nach familiär vererbt. Jedoch musste ich schnell feststellen, das mein Bruder um einiges schlauer war als sein Onkel. Es war nicht so, dass Boris dumm wäre, aber der hellst war er eindeutig auch nicht. Allein seine Entschuldigung, dass er sich um eine Stunde verspätet hatte, ließ zu wünschen übrig. ‚Die Frauen wollten mich nicht aus dem Fitnesscenter lassen.‘ Das Dakota diesen Spruch glaubte, riss mich fast aus allen Wolken. Ich tat diesen Gedanken von Idiotismus letztendlich damit ab, dass die beiden verwandt waren und konzentrierte mich auf das wesentliche. 

»Ist alles wegen der Schule geregelt? Ich mein, ich war dabei meine Reifeprüfung...« weiter kam ich gar nicht mit meiner Frage, den augenblicklich hob der blonde Muskelprotz seine Hand. 
»Dake und du, ihr werdet am Morgen das örtliche Gymnasium besuchen. Sweet Amoris heißt die Einrichtung«, erklärte er ohne Umschweife und lenkte dabei den Wagen um eine Ecke. 
»Nicht schon wieder mit dem Aufreißer auf eine Schule«, grummelte ich leise vor mir her. Die Hoffnung auf zwei verschiedene Schulen war mein Hoffnungsschimmer nicht weiter mit ihm verglichen zu werden. 
»Das hab ich gehört, Dina, sei lieber froh, so kann ich aufpassen, dass niemand meint, mein Mauerblümchen einzuschüchtern.« Erschrocken sah ich auf und blickte Dakota an, der neben mir saß. Hatte er gerade wirklich ‚mein‘ gesagt? Nein, das musste ich mir eingebildet haben. Wir konnten uns noch nie ausstehen.

Den Rest des Weges beschränkte ich meinen Blick auf das Geschehen außerhalb des Autos, doch auch bei Boris angekommen schien es nicht besser laufen zu wollen. 

»Dies ist euer neues Zuhause«, sprach der Muskelprotz aus und schwenkte seinen Arm durch einen Raum, der vermutlich als Wohnzimmer durchgehen sollte. Mein erster Kommentar war ‚Junggeselle?‘, doch obgleich er darauf nicht antwortete, blieb der Verdacht in den anderen Räumlichkeiten. Die Wohnung bestand aus sage und schreibe zwei Räumen, einer kleinen Küche und einem Bad. In keinem dieser aufgezählten herrschte eine Ordnung, die ich akzeptieren würde. In dem, was sich als Wohnzimmer identifizieren ließ, standen Teller und Tassen gestapelt aufeinander. Einige Pizzakartons flogen in den Ecken rum und der Raum, der sich wohl Schlafzimmer schimpfen sollte, war belagert von Kleidungsstücken, die achtlos auf dem Boden lagen. 
»Ähm...wen ich fragen darf...«, ding ich kleinlaut an, wobei ich mich insgeheim fragte, ob ich diese Frag überhaupt stellen wollte. 
»Wo sollen wir schlafen?« Boris sah auf den Boden und verschränkte dabei seine Arme hinter seinem Rücken. 
»Ihr werdet euch erstmal das Schlafzimmer teilen müssen, bis ich eine größere Wohnung gefunden habe.« Das verschlug mir den Atem. Ich sollte mit dem Playboy in einem Raum übernachten? Was zur Hölle hatte ich angestellt, dass man mich so bestraffen musste?

Etwas mitgenommen von der Tatsache ausgerechnet mit diesen Individuum ein Zimmer und wahrscheinlich auch ein Bett teilen zu müssen, lehnte ich mich gegen die nächstbeste Wand und ließ mich auf den Boden rutschen. Leider erwies sich dies nicht als sonderlich elegante Idee, den schon saß ich auf einem Pizzakarton, der zu allem Überfluss noch so vor Öl triefte. Angewidert stellte ich mich auf, es reichte wahrhaftig für heute. Bevor ich mich aufregen würde, machte ich mich stilschweigend und mit einem Blick, der jeden töten könnte, an die Arbeit wenigstens diese Wohnung in einen einigermaßen ordentlichen Zustand zu bringen. Ich fragte mich, wie manche Menschen es fertigbrachten, in solch einem Haushalt zu wohnen.
Einige Zeit später, um nicht zu sagen Stunden, konnte ich mich dann auf die Couch niederlassen, die ich unter dem ganzen Getümmel entdeckt hatte. Boris und Dakota hatten sich aufgemacht etwas Essbares zu organisieren, denn selbst dieses führte der Mann nicht in seinem Haushalt. Oder eher, nichts, was ich essen würde. Die Ruhe wirkte sich unmittelbar auf meinen geschafften Körper aus und so driftete ich langsam in einen leichten Schlaf ab.
»Dina?«, vernahm ich am Rande eine leise Stimme und spürte, wie eine Hand sanft meine Wange berührte. 

»Ich glaub sie ist erledigt vom Tag. Es war sicher anstrengend für euch. Am besten bringen wir sie ins Bett«, erklang nun auch noch eine weitere Stimme. Ich registrierte nicht, wer sprach. Im Moment war die Erschöpfung einfach zu stark. Das Nächste, was ich wahrnahm, war eine holprige Bewegung und eine angenehme Wärme, an die ich mich augenblicklich drängte. Mir war egal, was gerade passierte, ich fühlte mich geborgen und so könnte es den Rest des Abends bleiben.

Das nervige Geräusch eines Weckers riss mich aus meinen Träumen, abrupt wollte ich mich erheben, wurde jedoch an dieser Bewegung gehindert. Langsam öffnete ich die Augen und starrte direkt Dakota an, der doch tatsächlich im Sitzen eingeschlafen war. Seine blonden Strähnen hingen ihm ins Gesicht und ein leichtes Lächeln zierte seine Lippen. Sein Traum müsste schön sein, er sah friedlich aus. Dann wurde mir bewusst, wieso er mir so nahe war. Ich lag halbwegs auf seinem Schoss, meine Hände verkrallt in seinem Hemd, während er einen Arm unter meinem Rücken hatte und mit dem anderen meinen Oberkörper umfasste. Folglich lag ich in seinen Armen, was mich daran gehindert hatte mich zu bewegen. 

»Dake?«, hauchte ich leise aus, doch von ihm kam keinerlei Reaktion. Wie immer konnte er in Seelenruhe schlafen, obwohl der Wecker klingelte. 
»Dakota?!?«, sprach ich nun etwas lauter. Ein unverständliches Brummen ertönte seinerseits, wobei er seinen Griff festigte und mich näher an sich zog. 
»Dake gefiel mir besser«, murmelte er im Halbschlaf, was mich Lächeln ließ. Ich wusste, dass er seinen vollen Vornamen nicht mochte und dennoch nannte ich ihn so. Mir war es nicht recht, ihn genauso anzureden, wie seine Betthäschen. 
»Wir müssen aufstehen und uns für die Schule fertigmachen. Oder willst du gleich am ersten Tag zu spät kommen?« Erneut keine Reaktion, wieso sollte es hier auch anders sein, als es in Australien war? Lediglich fürs Surfen am frühen morgen kam er rechtzeitig aus dem Bett. 
»Da werden auch ganz viele Mädchen sein«, versuchte ich einen weiteren Versuch in wach zu bekommen. Er zuckte lediglich mit den Schultern und ließ sich nach hinten in die Matratze fallen. Durch seine Umarmung zog er mich unweigerlich mit. Jetzt lag ich halb auf ihm und stemmte mich mit meinen Händen von ihm weg, damit unsere Gesichter nicht zusammenprallten. 
»Vielleicht sind da auch ganz böse Jungs...«, machte ich einen letzten Ansatz, als ich mich an das gestrige Geschehen erinnerte. Schockartig riss mein Bruder seine Augen auf und starrte mich unmittelbar an. 
»Die Vorstellung junger Frauen war mir lieber und passte wesentlich besser in meinen Traum, als irgendwelche Männer«, grummelte er mir entgegen und entließ mich letztendlich aus seinem Griff. Nun konnte ich aufstehen und mich fertigmachen. Nach vierzig Minuten stand ich geduscht, angezogen und mit fertigem Pausenbrot in der Türe, bereit für den ersten Schultag an der neuen Schule.

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 2

Den Rest des Abends weigerte ich mich mein Zimmer zu verlassen. Mir war es unangenehm, dass ausgerechnet Dakota dieses Bild von mir besaß. Obendrein verfolgte mich der Gedanke daran, dass ich es mir nicht möglich war, es ihm nicht wegzunehmen. Zwar war ich auf diesem Foto abgelichtet, dennoch fehlte mir das nötige Kleingeld, um es ihm abzukaufen. Woher sollte ich es auch nehmen, wenn nicht stehlen? Wie froh war ich, als am nächsten Morgen unsere Tante klingelte und ich mich mental ablenken konnte, um mich auf die bevorstehende Reise vorzubereiten. Es war eine gelungene Abwechslung zu meinen Gedanken vom Vorabend, was Dakota alles damit anfangen würde. Der Blonde huschte nervös durch das Haus, dauernd suchte er einen Raum ab, ob auch wirklich alles verstaut war, was er brauchte. Verübeln konnte ich es ihm nicht, immerhin durften wir nur einen Koffer mit ins Flugzeug nehme, die restlichen Sachen sollten mit einem Frachtschiff zu uns kommen. Dies jedoch erst in etwa zwei Wochen. Ich entschloss mich, erst mal etwas zu frühstücken. Unsere Tante hatte Brötchen mitgebracht und das wollte ich mir nicht entgehen lassen, nachdem es die letzte Zeit nur irgendeinen Rohkostkram gegeben hat, den Dakota als gesund ansah. Wieso musste er auch so einen Gesundheitstick fahren, er sah doch so schon gut genug aus. Seufzend bereitete ich mir eine Tasse Kaffee zu, schmierte mir schnell ein Brötchen und ließ mich danach auf einem Stuhl nieder.
»Kaffee ist nicht gut für dich, der macht dich nur noch nervöser, als du ohnehin schon bist«, drang augenblicklich die Stimme des Aufreißers zu mir durch. Erschrocken verschluckte ich mich fast dem Bissen in meinem Mund. Eifrig kaute ich zu Ende, doch da war es längst zu spät. Dieses blonde Ungetüm ließ sich neben mir nieder und griff abrupt nach meiner Tasse. Ohne ein Wort abzuwarten hatte er diese bereits angesetzt und einen guten Schluck getrunken.
»Sag mal, kannst du dir nicht selber einen machen?«, fauchte ich ihn an. Er wusste genau, dass man mich morgens mit solchen Kleinigkeiten auf die Palme brachte. Bis zum Mittag war ich ohnehin ein echter Morgenmuffel. Ohne Reaktion starrte er in die Tasse, setzte sie wieder vor mir ab und stand auf.
»Der ist mir sowieso zu bitter. Kein Wunder, dass du immer mit mieser Laune rumrennst.« Und mit diesen Worten verschwand er wieder aus der Küche. Ich Glaube er hat es sich zum Hobby gemacht, mich zu ärgern. Stur starrte ich in meine Tasse, die zu meinem Erstaunen zur Hälfte geleert war. Wie konnte der Kerl nur sowas heißes so schnell trinken? Vor allem, er hatte die Tasse nur ein einziges Mal angesetzt. Kopfschüttelnd biss ich ein weiteres Mal in mein Brötchen und hoffte nun nicht weiter in meinem Tun gestört zu werden. Zu früh gefreut dachte ich, als wenig später unsere Tante in die Küche trat und mich aufscheuchte. Ich hatte nicht auf die Uhr geachtet und so wurde es wirklich Zeit, sich langsam auf den Weg zum Flughafen zu machen. Die Stunden verflogen, so fand ich mich schnell hinter der Sicherheitskontrolle und im Flugzeug wieder. Genau hier lauerte das nächste Übel auf mich. Ich stand neben Dakota im Gang und diskutierte mit ihm die Plätze aus. Eigentlich hatte er den Fensterplatz, dann käm ich und am Gang saß bereits ein Mädchen. Etwa ein bis zwei Jahre jünger als ich und damit genau in Dakotas Beuteschema passend. Mein Bruder weigerte sich abrupt dagegen am Fenster zu sitzen, Flugangst nahm er als Einwand. Ich wusste, dass es nicht stimmte, immerhin flogen wir nicht zum ersten Mal. Es ging sich lediglich um dieses mittelblonde Mädchen.
»Setz dich einfach hin und halt dein freches Mundwerk!«, entgegnete ich ihm gereizt auf einen weiteren Versuch meinen Platz zu ergattern. Im Gegensatz zu ihm hatte ich wirklich Angst, aber nicht vorm Fliegen, sondern vor der Höhe. »Bitte Dinalein, du hast auch was gut bei mir«, versuchte er es nun mit einem schleimigen Unterton. Die Augen verdrehend sah ich ihn an und gleichzeitig kam mir der rettende Einfall.
»Okay, aber als Gegenleistung will ich DAS Negativ.« Er wusste genau, welches ich meinte, das konnte man ihm ansehen. Einen Moment glaubte ich, er sah verlegen zu Boden, doch dann breitete sich ein schelmisches Grinsen auf seinen Lippen aus. »Abgemacht, das Foto bleibt jedoch bei mir.« Mist, wieder einmal hatte Dakota gewonnen. Das Negativ war ein Anfang, aber ohne das Bild brachte es mir rein gar nichts. Wer weiß, was er in der neuen Stadt damit anfangen würde. An manchen Tagen traute ich diesem Jungen wirklich alles zu, besonders wenn wir uns wieder mal so richtig lieb hatten. Grummelnd setzte ich mich auf den Fensterplatz und zog kopfschüttelnd meinen MP3-Player aus der Tasche. Das Einzige, was ich tun konnte, um Dakotas Süßholzgeraspel gekonnt zu ignorieren war Musik hören. Die Augen geschlossen lauschte ich lediglich den Gitarrenriffs einiger Rockbands. Jedoch ließ sich der Gedanke daran nicht verdrängen, wieso sich Dakota unbedingt dieses Modepüppchen aussuchen musste. Ihr konnte man anhand der Kleidung schon anmerken, dass sie ziemlich eitel war.

Eine halbe Ewigkeit später zog mich Dakota hinter sich her. Mittlerweile waren wir sicher gelandet, aber nicht eine Sekunde weichte er von meiner Seite. Seine Hand mit festem Griff um mein Hangelenk schien nicht einen Moment lockerer zu werden. Stattdessen überkam mich das schmerzhafte Gefühl, seine Berührung festigte sich jede Sekunde etwas mehr.
»Dakota! Geht das vielleicht auch etwas langsamer? Ich bin kleiner als du, was folglich dafür steht, dass meine Beine kürzer sind!«, grummelte ich zu ihm rüber und versuchte mich gedanklich abzulenken.
»Dann beweg dich von selbst, ich hab hunger, Onkel Boris kommt erst in dreißig Minuten«, knurrte er zurück und zog mich aus Protest noch ein Stück schneller hinter sich her. Abrupt weigerte ich mich seinem Schritt folge zu leisten und blieb stehen, was ihn ein wenig ins Straucheln brachte.
»Du hast dein und mein Essen im Flugzeug verschlungen, die komplette Tüte Gummibärchen und willst mir allen Ernstes sagen, dass du immer noch hunger hast?!? Liegt es nicht eher an dieser hinreißenden Blondine? Wie war noch gleich ihr Name? Amanda?«, fragte ich ihn leicht gereizt, doch seine einzige Reaktion war, mich noch ein Stück weiter mitzureißen. Erst vor der nächsten Imbissbude blieb er stehen und krammte in seinen Taschen rum.
»Sie hieß Amber und du wartest hier, beweg dich nicht einen Schritt weg. Ich bin sofort wieder da!«, herrschte er mich an und verschwand im gleichen Augenblick. Perplex schaute ich ihm nach, solch ein Verhalten passte nicht zu ihm, da war mir lieber, dass er mich die ganze Zeit nervte. Gelangweilt lehnte ich mich an die Wand neben mur und starrte in das rege Geschehen. Die Menschen checkten ein und aus, liefen mit ihren Koffern durch die Mengen, als gäbe es kein Morgen mehr und achteten dabei nicht auf ihr Umfeld. Hier und da wurden einige umgerannt, es war eigentlich nicht anders, als am Flughafen in Australien. Dachte ich zumindest, bis ich am gegenüberliegenden Ende einen Jungen entdeckte. Neben ihm zwei Erwachsene in Uniform, wahrscheinlich seine Eltern, jedenfalls ließ die Art, wie sie ihn behandelten darauf schließen. Sein missmutiger Blick fiel mir bis hier auf und seine feuerroten Haare waren ebenso auffällig. Mich wunderte, dass er so ein Gesicht zog, wo draußen herrliches Wetter war und er seine Familie bei sich hatte.
»Vergiss es, an so einen Kerl wirst du nie rankommen«, erklang die Stimme des Playboys neben mir und ließ mich direkt aus meinen Gedanken fahren. »Wovon sprichst du? Ich hab mich nur ein wenig umgeschaut, während du deine Fressorgien bezahlst. Du hättest mal lieber zuhause die Rohkosternährung sein gelassen!«, sprach ich und drehte mich augenblicklich in seine Richtung, bevor er wieder auf die Idee kam, etwas zu sagen.
»Damit ich so aufgebläht aussehen würde wie du?« Empört sah ich zu dem Blonden auf, nur um danach an mir hinunterzusehen. Das war echt eine Frechheit aus seinem Munde. An meinem Bauch war nichts zu finden und auch meine Hüften hatten nicht zu viel, okay, ich war nicht 90/60/90, aber das wollte ich auch nie sein. Ich war Durchschnitt und das reichte vollkommen.
»Lass uns nach draußen gehen und auf Onkel Boris warten«, sprach er nun mit einem engelsgleichen Lächeln und schon konnte ich ihm nicht mehr böse sein. Er wusste wirklich, wie er mich wieder auf den Boden holte. Mit einem letzten Blick schaute ich in die Richtung des Rothaarigem, bevor ich Dakota folgte.

Sweet Amoris FanFiktion - Kapitel 1

»Meine Liebe, wie gern würde ich hier an deiner Seite verweilen und mein Leben mit dir verbringen«, ertönte die faselnde Stimme meines Stiefbruders. Erneut stellte ich fest, wie ich es hasste. Seine Art das weibliche Geschlecht mit seiner Süßholzraspelei um den kleinen Finger zu wickeln war abstoßend. Wieso konnte er nicht einfach die Wahrheit sagen, so wie jeder andere Mann auch? Ehrlich, man hatte mich mit diesem Bruder bestraft, nichtsdestotrotz ist er der einzige Verwandte, den ich noch besaß. Vor einigen Jahren heirateten unsere Eltern. Meine Mutter fand endlich ihr Glück, nachdem mein Erzeuger sie eiskalt sitzen ließ und sich eine jüngere Frau suchte. Ich wollte es ihr nie streitig machen, Zugern sah ich sie aus ganzem Herzen lachen und in ihrem neuen Leben aufblühen, doch diesen schleimspurigen Stiefbruder hätte sie mir ersparen können. Seine goldbraungebrannte Haut mir diesen Wasserstoffdioxiden blonden Haaren reicht nicht aus, nein es musste auch noch dieses abstrakte Gefasel sein, mit dem er den Frauen den Laufpass gab. Ein einfaches ‚ich wollte dich nur für eine Nacht‘ tat es nicht. Sein Ruf war ihm um einiges lieber. Statt sich um dieses Modepüppchen in seinem Raum zu kümmern, sollte er erst einmal seine Sachen packen. Viel anderes machte ich die letzten Tage nicht, den morgen früh würden wir mit dem Flieger nach Frankreich, um dort ein neues Leben zu beginnen. Vor etwa einem Monat verbarg die Realität einen harten Schicksalschlag, den ich gerne umgangen hätte. Unsere Eltern machen einen Segelausflug und gerieten in einen Sturm. Zum Unglück aller die sie mochten und liebten verstarben sie dabei. Dadurch, dass meine Mutter ein Waisenkind war und mein Vater unauffindbar war, gehörte ich nun gänzlich zur Familie dieses abstoßenden Jungen, der sich mein Bruder schimpfte. Seine Tante hier in Australien konnte uns nicht aufnehmen, sie hatte bereits selber vier Kinder und so entschied das Gericht, dass es das Beste für uns wäre, wenn wir nach Frankreich gehen. Der Nächste unmittelbare Verwandte meiner ach so geschätzten Verwandtschaft lebte dort.

Die Türe knallte ins Schloss, was mich direkt erleichternd seufzen ließ. 

»Bist du die plastische Schönheit losgeworden?«, schrie ich lauthals durch das Haus. Mir war egal, dass die Fenster offen waren und dieses Ding mich hätte hören können. Was sollte ich auch ruinieren? Morgen müssten wir sowieso beide ein neues Leben anfangen. 
 »Schrei nicht so laut, ich bin nicht taub!«, konterte er mit einer für ihn selbstverständlichen Gelassenheit und kam zum Wohnzimmer. 
 »Du bist lediglich neidisch, dass dich Mauerblümchen niemand haben will.« Grimmig sah ich auf den Gleichaltrigen, der sich unmittelbar vor mich stellte. Das war definitiv ein Punkt für ihn, doch würde ich mir das niemals anmerken lassen. Ich sah wirklich aus wie ein Graue Maus. Dauernd trug ich diese Schuluniform und meine schwarzen Haare waren ordentlich nach hinten gekämmt. An den Seiten befestigte ich sie immer mit zwei Spangen, damit sich bloß keine Strähne ins Gesicht verirrte. Aber egal, ich mochte es so auszusehen. 
 »Wenn ich mich mit dir in der Öffentlichkeit zeigen würde, wäre mein ganzer Ruf hinüber«, fügte er seiner Beleidigung hinzu. Das war unser Alltag und jeden Tag ging er aufs Neue los. 
 »Immerhin verwechsel ich nicht den Namen meiner Betthäschen«, konterte nun ich und sah erhaben auf den Blonden vor mir. Einen Augenblick entgleiste sein Gesichtsausdruck, jedoch währte dies nicht für lange, den sofort hatte er sich wieder gefangen und ließ sich neben mir aufs Sofa fallen. Er überlegte, was er sagen konnte. Die Denkfalten in seinem Gesicht verrieten ihn, doch unerwarteterweise kam nichts von ihm, stattdessen lehnte er sich seufzend gegen die Rückenlehne.

Wir schwiegen uns an und saßen einfach nebeneinander auf dem Sofa, so wie früher, wenn wir mit unseren Eltern einen Fernsehabend gemacht hatten. Dieser Gedanken jagte mir abrupt Tränen in die Augen, welche ich krampfhaft versuchte zu unterdrücken. Ich wollte hier nicht weinen, nicht vor Dakota, obwohl es ihm sicherlich nicht besser erging. 

 »Wie weit bist du mit packen?«, durchbrach er leise die Stille um uns, während ich mich aufrichtete. 
 »Fast fertig«, hauchte ich aus, zu mehr reichte meine nicht mehr, bevor sie meinen Gefühlen unterliegen würde. 
 »Und du?«, quetschte ich noch hervor, spürte aber bereits, wie meine Stimme anfing zu beben. Schon machte ich mich auf dem Weg aus dem Raum und hielt erst im Türrahmen inne um seine Antwort abzuwarten. 
 »Noch nicht angefangen«, sprach er aus. Nach diesen Worten ging ich einfach raus und in mein Zimmer. Dort angekommen ließ ich mich auf mein Bett fallen und presste mein Gesicht ins Kissen, um meinen Tränen freien Lauf zu lassen.

Es war bereits dämmrig, als ich mich von meinem Bett erhob und mir über die Augen rieb. Ich musste eingeschlafen sein, anders konnte ich mir nicht erklären, warum es dunkel war. Leise schritt ich aus meinem Raum und ging auf direktem Weg zu Dakotas Zimmer. Zaghaft klopfte ich an, doch als auf diese Handlung keinerlei Reaktion kam, öffnete ich kurzerhand die Türe. Seine Stube war leer, wie so oft, und gänzlich vom Chaos eingenommen. Aber wieso sollte ich etwas Abweichendes von seinem Reich erwarten, immerhin war er das genaue Gegenteil von mir und versuchte dies auch in keinster Weise zu verbergen. Meine Gedanken schweiften darum, ob es ihn störte, wenn ich schon mal anfing seine Sachen zu packen. Einen kurzen Moment verbrachte ich beim Überlegen einer sinnvollen Antwort, bis ich die Initiative ergriff und einfach seinen Kram in Taschen und Kartons packte. Er schaffte es nicht mehr rechtzeitig, oder er würde nicht umhinkommen die ganze Nacht wach bleiben. Nur Kleidung, Bücher und wichtige Gegenstände sollten mit die Möbel mussten allesamt hierbleiben. Unfreiwillig traf ich nach einigen Stunden auf seinen Nachtisch. Ein Familienfoto war in einem hölzernen Rahmen und nahm fast den vollständigen Platz ein. Den Rest der Fläche konnte ich nicht genauer definieren. Papierfetzen, gestapelte Tassen und irgendwelcher Kleinkram. Sollte er sich selber hindurch wühlen, immerhin war ich nicht sein Dienstmädchen. Ich hob das Foto an und wollte es gerade in den Karton legen, ganz oben und schön abgepolstert, damit bloß nichts passieren könnte, doch das Leben meinte es nicht gut mit mir. Der Rahmen rutschte mir aus der Hand. Das Klirren des Glases war kaum zu überhören und mein darauffolgendes Fluchen sowieso nicht. Dakota würde mich umbringen, wenn er das sah. Schnell räumte ich die Scherben zusammen und rannte mit dem Bild in mein Zimmer. Irgendwo hatte ich noch einen unbenutzten Bilderrahmen. Das Glas sollte eigentlich passen. Erleichternd fand ich ihn schnell im obersten Karton und ließ mich aufs Bett fallen. Die Scheibe hatte nicht exakt die Größe der Alten, aber es dürfte nicht auffallen. Ein rutschendes Glas in einem Holzrahmen, der eh nur steht, würde der Aufreißer sicherlich nicht bemerken. So machte ich mich daran die Halterungen zu lösen und das Bild rauszuziehen. Im selben Moment rutschte ein kleineres Papier raus und fiel zu Boden. Verwundert hob ich es auf und starrte perplex darauf.

Erst die Schritte im Flur ließen mich aus meiner Starre entgleiten und schon wurde meine Türe aufgerissen.

»Verdammt Dina! Hab ich dich darum gebeten, meine Sachen einzupacken?« Dakota war wutentbrannt, seine Stimme bebte förmlich, doch urplötzlich stoppte er in seinem Wutanfall. Ich erhob meinen Blick auf ihn, sein Gesicht war kreidebleich, während er mich unaufhörlich anstarrte. 
»Es ist nicht so, wie es aussieht...«, stammelte er vor sich her und trat benommen einen Schritt in mein Zimmer. 
 »Woher hast du das?«, fragte ich ihn und hob das Foto an. Er schien einen Moment zu überlegen, bis er sich räusperte und schnell zu mir eilte. Sofort riss er mir das Bild aus der Hand und griff zeitgleich nach dem Rahmen auf meinem Bett. 
»Ein Junge hat es letzte Woche am Strand verkauft. Ich hab 50 Mäuse hingeblättert, um den Abzug mit negativ zu bekommen. Sollte ich etwa zulassen, dass er ein Foto von dir unter die Leute bringt, auf dem du ziemlich freizügig bist?« Bei diesen Worten merkte ich, wie mir das Blut ins Gesicht schoss. Ich wusste genau, was er meinte und sofort fiel mir der Abend ein, an dem es gemacht wurde. Es war auf einer Poolparty mit Freundinnen. Das erste Mal Alkohol und dazu Wahrheit oder Pflicht. Meine Aufgabe war es, mich wie in einem Männermagazin posend fotografieren zu lassen. Natürlich konnte man nicht sehen, ich trug immerhin den Bikini, nur hatte ich meine Arme so positioniert, dass es nur bei genauerem Hinsehen auffiel. Dakota ging bereits aus meinem Zimmer raus, während ich weiterhin darüber geschockt war, dass dieses Bild überhaupt in Umlauf geraten war. Und just in diesem Moment war ich froh, dass wir morgen früh abreisen würden.